Draußen sorgte der Wintereinbruch für kalte Hände und Füße. Drinnen aber, in der weihnachtlich geschmückten Aula der Freien Waldorfschule Landsberg, entzückte ein bunter Melodienstrauß des Jugendblasorchesters Penzing die Besucher.
Denn zusammen mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Erfrischungsgetränken des Penzinger Getränkemarktes Förg sowie der Spenden von Besuchern und Sponsoren kommt der Erlös von 3.500 Euro der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks (BR) „Sternstunden – Wir helfen Kindern“ zugute. Damit haben die Penzinger Musiker seit 1997 mit ihren Benefizaktionen zugunsten der „Sternstunden“ sowie der „Kartei der Not“ insgesamt 60.000 Euro eingespielt.
Dass sich das Publikum nach der facettenreichen Melodienreise so großzügig zeigte, ag neben den Interpreten des Jugendblasorchesters auch an Markus Hein. Der 26-jährige angehende Musikpädagoge hatte seine „klingende Truppe“ – wie Andreas Gigler, der Vorsitzende des Penzinger Musikvereins, eingangs betonte – „auf diese Wohltätigkeitsgala gut vorbereitet. In Anwesenheit des Präsidenten des Bayerischen Musikrates, Dr. Thomas Goppel, sowie der neu ernannten Kulturbotschafters des Musikbundes von Ober- und Niederbayern (MON), Georg Ried vom Bayerischen Rundfunk, machte Gigler deutlich: „Wir freuen uns, dass Sie uns wiederum helfen wollen, den unschuldig in Not geratenen Menschen zu helfen.“ Ausdrücklich schloss Gigler auch die Verantwortlichen der Freien Waldorfschule Landsberg mit ein, die seit 15 Jahren für diese Benefizaktionen kostenlos ihre Aula zur Verfügung stellen.
Was das Publikum vom Penzinger Orchester diesmal erwarten durfte, beschrieb danach Posaunist Dieter Klingl als einfallsreicher und humorvoller Moderator: „Unser Programm spannt seinen Bogen über sinfonische und traditionelle Blasmusikliteratur bis hin zum modernen Musical.“ Dass das Orchester damit richtig lag, bewies der facettenreiche Melodienreigen: Termperamentvolle Marsch- und Polkaklänge à la Strauß & Co genauso wie die gefühlvollen Medleys von John Miles „Musik war meine erste Liebe und wird meine letzte sein“ oder „Irish Tune from County Derry“ von Percy Granger sowie die schönsten Melodien aus dem Musical „Elisabeth“.
Großen Beifall erhielt der 20-jährige Ternorhornist Christoph Prummer für seinen virtuosen Solopart in der Polka „Ernst im Allgäu“. Bevor Georg Ried, die „Stimme der Blasmusik“ im Rundfunk und Fernsehen, das Publikum mit zwei Geschichten aus seinem Buch „Allgäuer Weihnacht“ unterhielt und dafür mit riesigem Applaus belohnt wurde, betrat Helmut Thalmayr, der Ehrenvorsitzende des Musikvereins und aktive Förderer der 15 Jahre langen Benefizaktion, die Bühne. Seinen ausführlichen Bericht über die Verwendung der Spenden zugunsten „Sternstunden“ unterstrich er mit dem Hinweis: „Allein in Bayern leben rund 130.000 Kinder unter der Armutsgrenze.“ Und das zeigte, dass jede noch so kleine Spende notwendig sei, diese Not zu lindern.
Bei den Besuchern bedankten sich die musikalischen Botschafter am Schluss mit dem wohlklingenden Medley „It’s Christmas“. Einen „Hauch von Weihnachten“ erlebte das Publikum auch bei den eingeforderten Zugaben. Weil dafür sogar Textblätter ausgeteilt waren, durfte es aus voller Inbrunst sogar mitsingen: „O du fröhlichce!“ und danach „Zu Bethlehem geboren“.
Ludwig Herold, Landsberger Tagblatt


Nachdem im letzten Jahr das erste Jugendkonzert des Bezirks Lech / Ammersee in Obermeitingen ausgerichtet und mit großer Begeisterung angenommen wurde, fand auch heuer wieder ein Konzert speziell für den Nachwuchs – diesmal in Thaining – statt.
Für einen standesgemäßen Auftakt der Jahreshauptversammlung im Gasthof Frank hatte davor Dirigent Martin Hommer mit einem wohlklingenden Bläserensemble des Orchesters gesorgt. Und auch diese musikalische Korona wurde von den Damen dominiert: Unter den 22 Musikern gaben nämlich 16 Frauen den Ton an. Die „Frauenpower“ setzte sich danach auch beim Votum der Mitglieder für die künftige Vorstandsriege fort. Für das „starke Geschlecht“ dennoch kein Grund zur Trauer. Im Gegenteil: gut gelaunt trug der bisherige und wiedergewählte 1. Vorsitzende Andreas Gigler den Tätigkeitsbericht vor. Und nach ihm gab Dirigent Martin Hommer nicht minder optimistisch die künftige Marschrichtung der Penzinger Musiker bekannt: „Wir wollen die Qualität noch weiter steigern“, verkündete er der Versammlung – unter ihnen Bürgermeister Johannes Erhard und Altbürgermeister Ottmar Mayr. In ihrem Bericht über die Schülerkapelle rückte Steffi Klingl die Nachwuchsausbildung in den Vordergrund. Schwerpunkt sei die harmonische Integration der neuen Musikergeneration, betonte sie. Nach diesen richtungsweisenden Worten ließ Claudia Kohlhund als langjährige Schatzmeisterin die Zahlen sprechen. Wie sich herausstellte, für sie und die Mitgliederrunde eine Erfolgsstory, weshalb Kassenprüfer Manfred Almanstötter und Josef Gigler nach Bestätigung ihrer „lupenreinen Prüfung der Belege“ die Entlastung der Führungsgarde empfahlen – und von der Versammlung auch einstimmig erhielten. Am Ende des Abends meldete sich der Ehrenvorsitzende Helmut Thalmayr zu Wort. Seinem Dank an die alte Vorstandschaft für deren erfolgreiche Arbeit blickte Thalmayr noch einmal auf das zurückliegende Jubiläum „30 Jahre Musikverein Penzing“, gleichzeitig das „40. Bezirksmusikfest 2010“ – ebenfalls in Penzing – zurück. Dabei betonte er den beispielhaften Zusammenhalt der Mitglieder – vor allem der Hornistin Evi Gigler: „Obwohl sie damals hochschwanger war und längst im Kreißsaal hätte sein müssen, arbeitete sie bis zum Schluss des Jubiläums im Festbüro eisern weiter“, berichtete Thalmayr beeindruckt.